Die vorbereitende Planung der Neuen Störschleife ist abgeschlossen, der Bau wird im November 2026 beginnen.
Informationen zur baulichen Umsetzung der Neuen Störschleife finden Sie hier.
Bauantrag genehmigt: Es kann losgehen
Im April 2026 wurde der Bauantrag für die Neue Störschleife genehmigt. In den kommenden Monaten wird die Planung für die Umsetzung finalisiert (Abschluss der Ausführungsplanung) sowie die Baufirmen beauftragt. Hierfür wird die Stadt mehrere Ausschreibungen durchführen.
Die Neue Störschleife wird mithilfe von vier verschiedenen Förderprogrammen teilfinanziert, auch die Stadt leistet einen Eigenanteil. Die Planungsleistungen werden im Rahmen eines BBSR-Förderprogramms zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel umgesetzt. Die bauliche Umsetzung des Abschnitts der Neuen Störschleife im mittleren Bereich liegt im Sanierungsgebiet Innenstadt, sodass hier Städtebauförderungsmittel eingesetzt werden. Die Umsetzung der äußeren Bereiche wird durch das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz des Bundes gefördert. Die Realisierung des Spielplatzes „Stör-Speeldiek“ wird durch die AktivRegion Steinburg unterstützt.
Vom Vorentwurf zur Genehmigungsplanung

Die Planungsgemeinschaft friedburg & HHVH Landschaftsarchitekten, das Ingenieurbüro Kraft und das Büro OBERMEYER Infrastruktur GmbH & Co. KG haben ihren Siegesentwurf für das ca. 14.400 m² große Planungsgebiet der Neuen Störschleife konkretisiert.
Zusätzlich zu dem Wasserlauf soll auch die Umgebung der Neuen Störschleife neugestaltet werden. Mit Grün- und Wasserflächen entsteht ein Ort, der nicht nur einen Beitrag zur klimafreundlichen Stadtgestaltung leistet, sondern der zum Aufenthalt einlädt. Die Neue Störschleife trägt somit auch zur Steigerung der Attraktivität und Belebung der Innenstadt bei. Durch eine barrierefreie Gestaltung soll die Neue Störschleife zu einem inklusiven, lebendigen Treffpunkt in einem aktiven Stadtzentrum werden.
Im April 2024 wurde ein erster Planungstand fertig gestellt. Der Fokus lag neben technischen Planungselementen auf der Erhöhung des Grünflächenanteils und einer Konzeptionsfindung für Baumanordnungen. Damit soll die Promenade optimiert werden und der Grün- und Wasserflächenanteil im Verhältnis zur versiegelten Fläche wachsen. Der behutsame Umgang mit dem Bestand stellte ein grundlegendes Ziel bei den Planungen dar.
Um genauere Erkenntnisse über den Baugrund für den späteren Wasserlauf zu gewinnen, wurden Analysen der Bodenbeschaffenheit und der Grundwasserstände durchgeführt und auch die Wasserqualität getestet. Diese ist entscheidend für die Dimensionierung der Reinigungsanlagen. Ein besonderer Fokus der Planung liegt in der Entwicklung eines nachhaltigen und nutzerfreundlichen Bewirtschaftungskonzeptes. Da die Wasserfläche über keinen natürlichen Zufluss verfügt und keine physische Verbindung zu ihrem Namensgeber Stör hat, muss sichergestellt werden, dass immer genug Wasser für den Wasserlauf vorhanden ist. Außerdem muss gewährleistet sein, dass das Wasser im Lauf eines Jahres einmal komplett ausgetauscht wird. Das hierfür benötigte Wasser wird aus der kanalisierten Itze entnommen, über „Pflanzenfilter“ gereinigt und in die Neue Störschleife eingeleitet. Das Wasser ist so immer in Bewegung. Es wird Badewasserqualität angestrebt.
Im weiteren Verlauf wurde der Entwurf erarbeitet und somit die Planung schrittweise detaillierter. Anschließend folgte die Genehmigungsplanung um alle nötigen Unterlagen für den Bauantrag zu erarbeiten. Aktuell befindet sich das Projekt in der Ausführungsplanung. Diese verschiedenen Planungsphasen und Abstimmungen dienen einer reibungslosen Realisierung der Neuen Störschleife, die aufgrund ihrer Komplexität einige Herausforderungen mit sich bringt. Baubeginn ist ab Oktober 2026 vorgesehen.
Auf der Suche nach der besten Idee
Um die bestmögliche Qualität für die Neugestaltung zu erlangen, wurde nach dem Bürgerentscheid ein knapp einjähriger landschafts-/freiraumplanerischer und wasserbaulicher Realisierungswettbewerb vorbereitet und durchgeführt. Acht Planungsbüros haben über Monate hinweg ihre Ideen für die Neue Störschleife in einem Plan dargestellt und diesen als Wettbewerbsbeitrag eingereicht. Sachverständige der Stadt Itzehoe, aus weiteren Behörden und dem Stadtmanagement haben die Entwürfe auf ihre grundsätzliche Umsetzbarkeit geprüft und Hinweise sowie entscheidende Faktoren notiert und bewertet.
Am 3. Februar 2023 hatte die Öffentlichkeit die exklusive Gelegenheit, die Entwürfe vorab zu begutachten und dem Preisgericht Hinweise mitzugeben. Das Preisgericht, bestehend aus Fach- und Sachpreisrichter:innen, tagte knapp eine Woche später am 9. Februar 2023. Die Fachpreisrichter:innen vertraten dabei die beteiligten Fachplanungen Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Verkehrsplanung und Wasserbau. Die Sachpreisrichter:innen brachten ihr lokales Wissen ein. Das Preisgericht wurde zudem unterstützt von den Sachverständigen und Gästen aus unter anderem Politik, Jugendparlament, Seniorenrat und Agenda 21.
Einen Tag lang fand sich das Preisgericht in der Akademie des Klinikums ein, um hinter verschlossenen Türen über die anonymen Wettbewerbsbeiträge zu beraten und diskutieren. Im Ergebnis wurden die Plätze 1. bis 3. mit großer Mehrheit wie folgt vergeben:
3. Platz: rabe landschaften, Hamburg; melchior + wittpohl Beratende Ingenieure PartmbB, Hamburg
Bürgerentscheid erfolgreich
Bis in die 1970er Jahre machte die Stör eine Schleife durch die heutige Innenstadt – dann musste sie Verkehrsflächen und dem Theater weichen. Der Verein störauf e.V. setzte sich in der Vergangenheit die Wiederbelebung der alten Störschleife zum Ziel – die Bemühungen gipfelten schließlich im Bürgerentscheid am 26. September 2021. Die Mehrheit der Bürger:innen Itzehoes stimmte für die Neugestaltung des Theaterumfeldes mit einem Wasserlauf im Bereich der früheren Störschleife – die Idee der „Neuen Störschleife“ war geboren.



FAQ – Fragen und Antworten rund um die Neue Störschleife
Die häufigsten Fragen, die uns zum Projekt Neue Störschleife bisher erreicht haben, finden Sie hier aufgeführt.
Allgemeines zur Neuen Störschleife
Was wird die Neue Störschleife verändern?
Mit der Neuen Störschleife wird ein zentraler Teil der Stadt verändert und aufgewertet. Die Störschleife verbindet die umliegenden Stadtbereiche miteinander und bietet zwischen diesen eine barrierefreie Wegeverbindung. Gleichzeitig entsteht ein städtebaulich hochwertiger Raum mit Grünflächen, Wasserflächen und einer hohen Aufenthaltsqualität. Der öffentliche Raum ist für alle zugänglich, nutzbar und schafft Orte zur Begegnung und für eine aktive Freizeitgestaltung. Auch aus ökologischer Perspektive ist die Neue Störschleife sinnvoll. Wasser in der Stadt bietet viele Vorteile für das Mikroklima und den Starkregenschutz, was vor dem Hintergrund der Klimakrise besonders relevant ist. Außerdem ergänzt die Neue Störschleife die Identität der Stadt und holt die Stör in die Stadt zurück.
Wie soll die Neue Störschleife aussehen?
Um die bestmögliche Qualität für die Neugestaltung der Neuen Störschleife zu erlangen, wurde nach dem Bürgerentscheid ein knapp einjähriger landschafts-/freiraumplanerischer und wasserbaulicher Realisierungswettbewerb vorbereitet und durchgeführt. Planerinnen und Planer aus acht Büros haben über Monate hinweg ihre Ideen für die Neue Störschleife in einen Entwurf gegossen und diesen als Wettbewerbsbeitrag eingereicht. Am 9. Februar 2023 kürte das Preisgericht den Entwurf von friedburg&HHVH Landschaftsarchitekten und Ingenieurbüro Kraft, beide aus Berlin, sowie OBERMEYER Infrastruktur GmbH & Co KG aus Hamburg zum Sieger (Visualisierungen: metamountain). Der Entwurf wurde anschließend weiter konkretisiert.
Wird die Neue Störschleife barrierefrei gestaltet?
Ja. Die Neue Störschleife soll ein Ort für alle werden. Deswegen wird bei der Gestaltung besonders Wert darauf gelegt, dass sich dort alle bewegen und aufhalten können. Ziel der Planung ist es, eine durchgängige Barrierefreiheit mit Anschluss an den Bestand herzustellen. Die Störpromenade weist über die gesamte Länge eine berollbare Materialität für alle Nutzer:innen auf. Alle Freiflächen und Aufenthaltsbereiche werden barrierefrei ausgebildet mit einem Gefälle bis max. fünf Prozent. Der Theatersteg verbindet Innenstadt, ZOB und das Theater barrierefrei. Im weiteren Verlauf der Planung wird der Bereich des Haupteingangs am Theater zusammen mit der Denkmalschutzbehörde und der Tiefbauabteilung konkretisiert, ebenso wie ein Zwei-Sinne-Leitsystem zur Unterstützung der Orientierung.
Technisches zur Neuen Störschleife
Steigt durch die Neue Störschleife die Hochwassergefahr?
Nein. Die Neue Störschleife wird nicht direkt an die Stör angeschlossen. Es gibt daher keinen natürlichen Wasseraustausch zwischen dem Fluss und der Neuen Störschleife. Der Wasserspiegel in der Neuen Störschleife bleibt so auf dem gleichen Niveau und ist unabhängig von den Gezeiten und dem Wasserstand der Stör. Bei Starkregenereignissen kann die Neue Störschleife sogar zusätzliches Regenwasser aufnehmen. Die Entwässerung erfolgt über den Ringkanal in das angeschlossene Regenrückhaltebecken.
Warum wird die ursprüngliche Störschleife nicht wieder geöffnet?
Eine Wiederöffnung des ursprünglichen Flusslaufes würde wesentlich höhere Kosten verursachen als die Umsetzung der Neuen Störschleife als künstliches Gewässer. Außerdem würden damit auch die Probleme zurückkehren, die vor Zuschüttung der Störschleife zu Unmut und Kritik geführt haben, wie die Geruchsentwicklung und Hochwassergefahr.
Woher kommt das Wasser für die Neue Störschleife?
Grundsätzlich sollen die Wasserflächen mit dem gesammelten Niederschlagswasser aus der Regenwasserkanalisation gespeist werden. Das Wasser wird aus dem bestehenden städtischen Entwässerungssystem entnommen, physikalisch-biologisch aufbereitet und dem Wasserkörper zugeführt. Zusätzlich ist die interne Wasseraufbereitung durch eine Rezirkulation geplant. Durch einen Zu- und Abfluss sowie Pumpen wird so eine Wasserzirkulation gewährleistet.
Wie wird die Neue Störschleife sauber gehalten?
Eine Mischung aus bewachsenen Bodenfiltern und technischen Anlagen soll das Wasser der Neuen Störschleife sauber halten.
Als Aufbereitungsanlagen sind Sedimentationsanlagen sowie horizontal beschickte, bepflanzte Bodenfilter vorgesehen. Diese können sowohl als freistehende Filter als auch als Uferfilter ausgebildet werden. Das Wasser soll Badewasserqualität einhalten.
Darüber hinaus ist wichtig, dass alle zu einer sauberen Störschleife beitragen, indem Müll ordnungsgemäß entsorgt und nicht achtlos im und am Wasser fallengelassen wird. So gibt es auch für Ratten keinen Anreiz, sich an der Neuen Störschleife aufzuhalten.
Verkehr rund um die Neue Störschleife
Welche Planungen gibt es für den angrenzenden ZOB?
Der ZOB Itzehoe liegt heute abgekoppelt vom Bahnhof in der Innenstadt am Theodor-Heuss-Platz nördlich des theaters itzehoe. Eine nachhaltige und nutzerorientierte Kopplung der Verkehrsströme ist durch die räumliche Entfernung der öffentlichen Hauptverkehrsknotenpunkte Bahnhof und ZOB aktuell nicht gegeben. Eine Neugestaltung bzw. ein Neubau ist daher erforderlich.
Geplant ist sowohl Haltestellen am Bahnhof zu platzieren, als auch am Theater bzw. der Neuen Störschleife. Zusätzlich zum Bus-Pausenplatz am Prinzeßhofplatz ist ein Bus-Pausenplatz in der Wilhelm-Biel-Straße geplant, wo auch zukünftig ein großzügiger Abfahrtsbereich für den Schienenersatzverkehr vorgesehen ist. Alle Haltestellen werden in „Sägezahnaufstellung“ geplant, damit die Busse direkt und gerade am Bord halten können, um ein barrierefreies Ein- und Aussteigen zu ermöglichen. Die Haltebereiche werden mit taktilen Elementen ausgerüstet sowie mit ausreichend Sitzmöglichkeiten und Überdachung.
Wird das Parkhaus am ZOB abgerissen?
Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keinen Beschluss zum Abriss des Parkhauses.
Fallen durch die Neue Störschleife Parkplätze an den Malzmüllerwiesen weg?
Nein. Die Neue Störschleife endet in Richtung Malzmüllerwiesen an der Breiten Straße. Auch der Meierei-Parkplatz bleibt von der Neuen Störschleife unberührt.
gefördert durch:






